
Die sichere elektronische Kommunikation und die Modernisierung aller
Geschäftsabläufe innerhalb der öffentlichen Verwaltung und Justiz durch
den Einsatz von Informationstechnologien stehen seit geraumer Zeit ganz
oben auf der Agenda. Das E-Justice-Forum der XML-Tage 2007 in Berlin
beleuchtet Gegenwart und Zukunft des elektronischen Rechtsverkehrs. Das
Forum wendet sich an Juristen und andere Fachleute aus Justiz und
öffentlicher Verwaltung. In den nachfolgenden Themenblöcken werden von
den maßgeblichen Gestaltern des elektronischen Rechtsverkehrs die
Bereiche „Technik, Recht und gesellschaftspolitische Themen“ in einen
spannenden Zusammenhang gestellt.
Die Themenblöcke:
- Europa
und grenzüberschreitender Rechtsverkehr
- IT-Standards der Justiz
- Handelsregister
mit elektronischer Einreichung und Datenübernahme
- Das
Finanzgericht Berlin-Brandenburg zeigt seine hochmoderne Technik
- Gerichte,
Notare, Unternehmen, Kommunen - ein Kommunikationsraum
- Elektronische
Hilfsmittel im Kontext des Grundgesetzes
Staatssekretär Lutz
Diwell, Bundesministerium für Justiz, eröffnet das Forum mit dem
Themenblock Europa. Durch Diwell und weitere hochkarätige Referenten
wird in diesem Themenblock zu erfahren sein, wie sich E-Justice in
Europa entwickelt. So ist für Daniela Freiheit von der Europäische
EDV-Akademie des Rechts die Kernfrage: Wie es jenseits der nationalen
Besonderheiten in der Justiz gelingen kann, in Europa eine
grenzüberschreitende interoperable Kommunikationsinfrastruktur
aufzubauen? Dr. Wilfried Bernhard, Bundesministerium für Justiz, sieht
so eine These seines Vortrags „in der Verknüpfung der föderalen
E-Justice Projekte eine erprobte Lösungsquelle für die europäische
E-Justice-Vernetzung“.
Unter dem Titel „Elektronische Grundschuld
- Kommunikation zwischen Banken und Notaren über NotarMail“ präsentiert
Dr. Robert Mödl, Bundesnotarkammer, die einheitliche
Kommunikationsdrehscheibe für Notare auf Basis von Notarmail für die
Kommunikation und Xnotar für die Fachdatenerzeugung und -interpretation
mit vielfältigen Außenschnittstellen. Dabei wird deutlich, dass diese
Schnittstellen zu unterschiedlichen Systemen etwa von Banken, Kommunen
und Gerichten zu einem einheitlichen Benutzungserlebnis für die Notare
und ihre Mitarbeiter führen.
Das Finanzgericht
Berlin-Brandenburg wird im Forum vom brandenburgischen Staatssekretär
der Justiz, Günter Reitz und Richter Ulrich Schwenkert als „Best
Practice“ präsentiert. Ihr Beitrag gibt einen Einblick in das Innenleben
von Deutschlands modernstem Gericht. Hier sind Zukunftsszenarien schon
heute umgesetzt. An diesem Beispiel wird die Dimension von E-Justice
plastisch.
Der Vortrag von Holger Bogs, AM-SoFT Potsdam, zeigt in
der Zusammenschau die Anknüpfungspunkte der im Forum vorgestellten
Lösungen und deren Verknüpfung mittels XML. Dabei spielen die Ergebnisse
des Projekts "Plattform für intelligente Kollaborationsportale", das
vom BMBF im Rahmen der Initiative regionale Wachstumskerne gefördert
wurde, eine zentrale Rolle. Die Teilnehmer erhalten Einblick in
Visionen, die derzeit prototypisch verwirklicht werden und mit
Stichworten wie Semantic Web, Web 2.0 verbunden sind. Exemplarisch wird
deutlich, dass durch die Vernetzung in der juristischen Arbeitswelt mehr
als nur die Addition von Funktionen erreicht wird, sondern neue
Möglichkeiten der Wissensaggregierung gewonnen werden können. Der
Vortrag geht in dem Kontext abschließend auf E-Justice in Kombination
mit XML als Standortfaktor für die Hauptstadtregion ein
In einer
das Forum abschließenden Podiumsdiskussion mit den Staatssekretären der
Justiz aus Berlin und Brandenburg, Hasso Lieber und Günter Reitz und
Helmut Becker als Repräsentanten der Bundesrechtsanwaltskammer geht es
um die Frage, was die Region tun will und tun kann, um sich zum
führenden E-Justice-Standort in Deutschland zu entwickeln.
Registrierung
und Buchung von Informationsständen
Für die kostenfreie Teilnahme an
den Foren des Wirtschaftsforums sowie am Empfang des
<xmlcity:berlin> e.V. ist eine Anmeldung erforderlich. Das
Anmeldeformular ist ab sofort freigeschaltet unter:
http://registrierung.xmltage.de.
Initiiert
wurden die ersten XML-Tage im Jahre 2003 durch eine Forschungsförderung
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Inzwischen hat sich
die Veranstaltung als führende XML-Kongressmesse etabliert. In diesem
Jahr werden insgesamt etwa 1000 Teilnehmer erwartet.
Aktuelle
Informationen und Bildimpressionen vom E-Justice-Forum 2006 finden Sie
unter
http://www.xmltage.de