Dr. Stephan Klein, Geschäftsführer der bremen online services GmbH & Co. KG (bos KG) und Andreas Muchow, Geschäftsführer der AM-SoFT IT-Systeme, haben gemeinsam eine Neufassung der Kooperationsvereinbarung beider Unternehmen zur Weiterentwicklung des Gemeinschaftsproduktes erv-d unterzeichnet.
Die Partner bieten mit erv-d das Komplettpaket für den elektronischen Rechtsverkehr. Der Elektronische Rechtsverkehr ist das Pendant des Justizwesens zum E-Government der öffentlichen Verwaltung. Für die Justiz und ihre Kunden bedeutet die Einführung der rechtsverbindlichen elektronischen Kommunikation eine deutliche Beschleunigung der Zustellung und des Empfangs von Dokumenten. Gleichzeitig wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, elektronische Akten anzulegen, die von mehreren Sachbearbeitern parallel bearbeitet werden können.
Ziel der Vereinbarung ist es, das Gemeinschaftsprodukt erv-d kundennah weiter zu entwickeln und die aus der Praxis entstandenen Lösungen noch besser aufeinander abzustimmen.
Mit dem "Elektronischen Gerichts- und Verwaltungspostfach" (EGVP) der bos KG und dem "Elektronischen Gerichtsbriefkasten" (DocumentBeam) von AM-SoFT bringen beide Partner bewährte Technologien ein. Bemerkenswert ist die Liste der gemeinsamen Referenzen im Produktivbetrieb:
Die Justiz in Bremen [b] und NRW [b] sowie das Bundessozialgericht [b] haben den Produktiveinsatz noch für dieses Jahr geplant. Im Land Brandenburg kommen ebenfalls in diesem Jahr 6 weitere Zivilgerichte hinzu [a]. Ebenfalls noch in 2005 will die Justiz in Hessen [b] einen Pilotbetrieb aufsetzen. Auch Baden-Württemberg [a, b] plant, einen Pilotbetrieb aufzusetzen.
(Kundenbetreuung durch [a] AM-SoFT und [b] der bos KG)
Durch die jetzt konkretisierte Zusammenführung der beiden Lösungen zu erv-d soll zweierlei erreicht werden:
Möglichst große Einheitlichkeit über Ländergrenzen hinweg, damit gerade die professionellen Kunden der Justiz nicht mit verschiedenen Lösungen arbeiten müssen. Unterstützung aller "zielgruppenspezifischen" Zugangswege, die die Justiz in ihren "technisch-organisatorischen Leitlinien für den elektronischen Rechtsverkehr" zugelassen hat (E-Mail, Datei-Upload, OSCI-Kommunikation).
Zu den ersten Anwendern, die von der erweiterten Kooperation profitieren, gehört das Finanzgericht des Landes Brandenburg in Cottbus. Das Gericht nutzt seit Anfang Juni erv-d in der erweiterten Version zur Kommunikation mit bislang etwa 200 Steuerberater- und Anwaltskanzleien.
Das Finanzgericht kann damit 24 Stunden täglich, an 7 Tagen in der Woche Schriftsätze entgegennehmen, die Kunden erhalten sofort eine Eingangsbestätigung. Dies erspart dem Gericht und den Kunden erhebliche Kosten für die Zustellung und erleichtert die weitere Bearbeitung, da alle Dokumente jederzeit an jedem Arbeitsplatz aufrufbar sind.
Ausblick: Im nächsten Schritt werden die beiden Produkte in der Form vereinheitlicht, dass die Zugangswege E-Mail und Datei-Upload, die DocumentBeam zur Verfügung stellt, serverseitig in OSCI-Kommunikation umgewandelt werden. Somit erhalten die Gerichte künftig die Möglichkeit per OSCI-Nachrichten intern und mit ihren Kunden zu kommunizieren, ohne dass sich für den Anwender Änderungen ergeben.
Informationen zu erv-d finden Sie im Internet.